Als Dankeschön für deine Anmeldung zu LEBENSZEICHEN, schenke ich dir die Geschichte Ein Funke reicht zum Nachdenken.
Viel Freude damit wünscht dir


Ein Funke reicht
In einer kleinen Schachtel, eng an eng gedrängt, lagen viele Zündhölzer nebeneinander.
Sie flüsterten einander zu, erzählten Geschichten vom Feuer –
und fürchteten den Moment, in dem sie entzündet würden.
Nur eines von ihnen, ein besonders neugieriges, wartete sehnsüchtig darauf.
Es stellte sich vor, wie es sein würde: hell zu brennen, Wärme zu spenden, etwas zu bewirken.
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Eines Tages wurde die Schachtel geöffnet.
Ein kalter Luftzug strich über die Köpfe der Hölzer. Dann griff eine Hand hinein –
und nahm ausgerechnet das Neugierige heraus.
Zum ersten Mal spürte es die Welt draußen. Den Raum. Die Luft. Den Hauch von Erwartung.
Dann kam der Ruck – das Reiben an der rauen Fläche. Und mit einem Zischen entflammte es.
Ein heller, lebendiger Schein brach aus ihm hervor.
„Endlich!“, dachte das Zündholz. „Jetzt lebe ich!“
​
Doch je heller es brannte, desto kürzer wurde es.
Der Wind zerrte an der Flamme, Funken stoben, und mit jedem Moment spürte es sich selbst weniger.
„Ist das alles?“, fragte es sich. „So schnell soll es vorbei sein?“
Es war kurz davor, in Angst zu verfallen – da sah es:
Sein Licht hatte eine Kerze entzündet.
Sie brannte still, weich, gleichmäßig. Ruhig wie ein Herzschlag in der Nacht.
Und das Zündholz verstand:
Sein Leben mochte kurz sein – aber es hatte weitergewirkt.
Ein Licht war in die Welt gekommen, das länger brennen würde als es selbst.
Mit diesem Gedanken verglomm es.
Leise. Und mit einem Lächeln.
​​
Ein Lebenszeichen muss nicht laut sein.
Manchmal reicht ein Funke.
Schön, dass du da bist.

